So oder so: Hildegard Knef
Di., 21.07.2009, 20:00 Uhr
Gilla Cremer, Gerd Bellmann (Klavier)
Ein mitreißender Abend über „Die Sünderin“ – sehr empfehlenswert gerade auch für Leute, die „Die Knef“ nie mochten. „So oder so" ist eine Liebeserklärung an eine vielseitig begabte Künstlerin, eine wirkliche Entdeckungsreise für alle, die „Die Knef“ als Klatsch- und Schlagertante verbucht hatten, ein bewegender Abend für ihre Verehrer und eine ungewöhnlich unterhaltsame Lektion in deutscher Geschichte. Die Fragen dieses Abends: Frau Knef, wie viele Koffer haben Sie in Berlin? War Hollywood die Erfüllung Ihrer Träume? Hatten Sie ein Verhältnis mit Gregory Peck? Mit Henry Miller? Mit Boris Vian? Träumen Sie manchmal von Ihrer Kriegsgefangenschaft? Unsere Hilde ist auf dem Gipfel, der „Geschenkte Gaul“ ein WeltBestseller – wie geht es jetzt weiter? Ihr Leben ist wie eine Achterbahn – wird Ihnen nie schwindelig? Leiden Sie immer noch an Lampenfieber? Sie wurden 54 Mal operiert, standen drei Mal kurz vorm Exitus – Sind Ihre Krankheiten psychisch bedingt? Sind Sie immer noch „Die Sünderin?“ Sie haben 54 Filme gedreht, über 100 eigene Chansons herausgebracht, Auszeichnungen und Preise erhalten, Bestseller geschrieben – Sie sind pleite, ein Weltstar lebt von Armenhilfe – Hildchen, wie konnte das passieren? „Sie gehört nicht zu denen, die es sich gerne leicht machen. Da trifft sich Gilla Cremer mit Hildegard Knef, an die sie in ihrem Bühnensolo erinnert, in die sie sich geradezu verwandelt. Gerne sang „Die Knef“ vom Tapetenwechsel und sorgte in Karriere und Privatleben für etliche Brüche. Gilla Cremer besorgt sich die Abwechslung durch die irisierende Unterschiedlichkeit ihrer Bühnenfiguren. Immer ist sie dabei auf der Suche nach der wahren Identität der vorgestellten Frauen. Sie beschreitet einen schmalen Grat zwischen Identifikation und Ausstellungsstück. Sie seziert bei lebendigem Leibe, und man sieht atemlos zu. Es ist ein mutiger Kraftakt, sich, wie in „So oder so“ eine ganze Biografie einzuverleiben. Aber das gelingt unter Hartmut Uhlemanns Regie hervorragend“ – die Kritiker sind von diesem Abend begeistert. Nicht nur in Berlin.