top
 

zurück

Die Andere Frau

Dagmar Papula liest Doris Lessing Einen auf den ersten Blick klassische Dreiecksgeschichte, die jedoch einen ungewöhnlichen Ausgang findet

So., 27.07.2008, 11:00 Uhr

„Wir Frauen müssen uns heutzutage um uns selbst kümmern, denn wenn wir‘s nicht tun, dann tut´s keiner.“ Einen auf den ersten Blick klassische Dreiecksgeschichte, die jedoch einen ungewöhnlichen Ausgang findet. Dagmar Papula liest aus dem berühmten Roman der Literatur-Nobelpreisträgerin von 2007. Doris Lessings Vater war britischer Kolonialoffizier, die Mutter Krankenschwester. Im Jahre 1925 zog Lessings Familie in die britische Kolonie Südrhodesien (das heutige Simbabwe), wo sie ein hartes Leben auf dem Land führte. Sie besuchte eine katholische Klosterschule und die Girls High School in der Hauptstadt Salisbury (heute: Harare). Mit vierzehn Jahren brach sie die Schule ab. Das riesige Stück Land brachte keinen Reichtum, so dass ihre Mutter den Traum, ein viktorianisches Dasein „unter den Wilden“ zu führen, aufgeben musste.

Die Autorin erlebte eine schwierige und unglückliche Kindheit, und die Texte der Autorin über das Leben in den britischen Kolonien des schwarzen Kontinents sind voller Mitgefühl mit dem inhaltsleeren Dasein der britischen Siedler wie auch der trostlosen Lage der einheimischen Bevölkerung. Im Jahr 1939 heiratete sie Frank Charles Wisdom; aus dieser Ehe hat sie zwei Kinder (einen Sohn und eine Tochter). Die Ehe wurde 1943 geschieden, die Kinder blieben beim Vater. In zweiter Ehe heiratete sie 1945 den deutschen Emigranten Gottfried Lessing, mit dem sie einen weiteren Sohn hat (Peter), der nach der Scheidung 1949 bei ihr blieb. Gottfried Lessings Schwester Irene war die Mutter von Gregor Gysi; nach ihrer zweiten Scheidung behielt Doris Lessing den deutschen Nachnamen bei.