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Lesung:

Frida Kahlo - ein leidenschaftliches Leben

Mit Dagmar Papula (shakespeare & partner) nach der Biografie von Hayden Herrera über das letzte Lebensjahrzehnt der 1954 gestorbenen mexikanischen Malerin.

Auseinandersetzung mit dem Schmerz oder die Tragödie einer großen mexikanischen Malerin - dieses Thema hat sich die Schauspielerin und Regisseurin Dagmar Papula für ihr Soloprogramm gewählt. Es geht um die Auseinandersetzung mit einer der faszinierendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts.

Die Gymnasiastin Frida Kahlo wird 1925 beim Zusammenstoß eines Omnibusses und einer Straßenbahn in Mexiko-Stadt schwer verletzt. Monatelang muss sie im Bett liegen. Für eine unternehmungslustige 18-Jährige wie Frida ist das besonders quälend. Verzweifelt sucht sie nach einer Beschäftigung und kommt auf die Idee, es mit Malen zu probieren. Die Mutter lässt ihr eine Staffelei für das Bett anfertigen, damit sie es auf dem Rücken liegend versuchen kann. Auch als sie endlich aufstehen und mit Hilfe eines Spezialkorsetts wieder laufen darf, bleibt sie bei der Malerei und bittet 1928 den berühmten mexikanischen Maler Diego Rivera, ihr Talent zu beurteilen. Er ist begeistert.

1929 heiraten die beiden: Eine zierliche junge Frau und ein doppelt so alter Mann mit barocker Leibesfülle, ein Exzentriker, der es liebt, andere durch haarsträubende Geschichten und unvorhersehbare Verhaltensweisen zu schockieren. Über seine Seitensprünge berichtet die Regenbogenpresse, aber er droht damit, jeden Liebhaber seiner Frau zu erschießen. Das hält sie nicht davon ab, die gleiche sexuelle Freiheit wie er zu beanspruchen und beispielsweise dem von Stalin verstoßenen Revolutionär Trotzkij den Kopf zu verdrehen, als er 1937 bis 1939 bei ihr und ihrem Mann Unterschlupf findet (der Theoretiker der Revolution wird 1940 in Mexiko-Stadt ermordet).

Im November 1938 zeigt eine New Yorker Galerie erstmals Bilder von Frida Kahlo, im Jahr darauf reist sie zu einer Ausstellung in Paris, und 1940 beteiligt sie sich an der Internationalen Surrealistenausstellung in ihrer Heimatstadt. 1939 ließen sich Frida Kahlo und Diego Rivera scheiden, aber ein Jahr später heiraten sie in San Francisco zum zweiten Mal. Obwohl sich Frida Kahlo mehreren schweren Operationen unterziehen muss und die Schmerzen zeitweise ohne eine Flasche Brandy am Tag nicht aushält, hört sie nicht auf, zu malen, ihre Schüler zu unterrichten und sich auch politisch zu engagieren, denn mit ihrem ganzen Tun will sie einen Beitrag leisten in dem "Kampf, den die Menschen um Frieden und Freiheit führen". Am 13. Juli 1954, sechs Tage nach ihrem 47. Geburtstag, stirbt sie.