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Die Feuerzangenbowle

Komödie von Heinrich Spoerl

Sa. 30.6.2007, 20 Uhr
So. 1.7.2007, 20 Uhr
Mo. 2.7.2007, 20 Uhr ausverkauft BMW

Altonaer Theater
Regie und Textfassung: Axel Schneider

Mit Ulrich Meyer-Horsch, Klaus Falkhausen, Heinz Lieven, Johann Christof Wehrs, Hannelore Droege, Birthe Gerken, Dominik Büttner, Markus Mössmer, Guido Bayer, Martin Reese, Mark Felske, Lars Ceglecki

"Die Feuerzangenbowle. Eine Lausbüberei in der Kleinstadt" ist ursprünglich ein Roman von Heinrich Spoerl und Hans Reimann, der 1933 erschienen ist. Das Werk stammt zu einem guten Teil aus der Feder des satirischen Erzählers, Dramatikers und Feuilletonisten Hans Reimann, wie erst 1959 mit Erscheinen seiner Autobiographie Mein blaues Wunder bekannt geworden ist. Für Heinrich Spoerl, der - von Hause aus Jurist - sich der Schriftstellerei zugewandt hatte, wurde jedoch gerade die Feuerzangenbowle zum Meilenstein auf dem Wege zu einem der erfolgreichsten Autoren der gehobenen Unterhaltungsliteratur in Deutschland während der Zeit des Dritten Reiches und in der Nachkriegszeit.

Der junge Schriftsteller Dr. Hans Pfeiffer ("Pfeiffer mit drei f") sitzt trübsinnig in einer Runde älterer Herren, die beim Dampf einer Feuerzangenbowle ihre Gymnasiastenstreiche zum besten geben und ihn bedauern, weil er nur Privatunterricht genossen und daher "das Schönste vom Leben nicht mitgekriegt" habe. Der junge Mann beschließt auf der Stelle, das Versäumte gründlich nachzuholen und noch einmal die Schulbank zu drücken. Im Gymnasium der kleinen Stadt Babenberg wird der Oberprimaner Pfeiffer bald zum Helden zahlreicher Lausbubenstücke und gewinnt zum Schluss sogar die reizende Tochter des gestrengen Herrn Direktors zur Frau.

Die Feuerzangenbowle, einer der meistgelesenen Romane der zeitgenössischen deutschen Unterhaltungsliteratur überhaupt, gibt sich als "Loblied auf die Schule - aber es ist möglich, dass die Schule es nicht merkt". Die einzelnen Primanerstreiche sind lose aneinandergereiht, originell und effektvoll ausgedacht; die Sprache ist auffallend knapp, der Witz nie überpointiert und nie zynisch; der Dialog ist für dieses Genre des volkstümlichen humoristischen Romans ungewöhnlich lebendig.

Publikum und Kritik feiern die Inszenierung durch das Altonaer Theater einhellig: "Es ist wie früher: Auf Tischen und Bänken vergeht so manchem Hören, Sehen und Denken. Ob in Deutsch, Geschichte oder Mathe. Ungestüm und frech sind die Antworten der Flegel, die hier ihr Temperament austoben. Regisseur Schneider, langjähriger Leiter der Hamburger Kammerspiele, stellte für diese Produktion eine erstklassige Schauspieler-Riege zusammen. Ulrich Meyer-Horsch liefert ein erst sprödes, später urkomisches Porträt der Hauptrolle: Mit hintergründigem Witz treibt er als Johannes Pfeiffer seine Feldforschung in Sachen Schule und mischt das altehrwürdige Gymnasium mächtig auf. Einen hinreißenden Gegenspieler findet er in Markus Mössmer als kleinen Luck. Der österreichische Schauspieler mimt bravourös den liebevollen Streber, der um Sympathie kämpft, indem er für andere die Hausaufgaben macht. Mit dem heutigen Schulalltag hat das Ambiente zwischen Malzkaffee und Beerenwein wenig zu tun. Noch weniger sollte man das Theaterstück mit dem Film vergleichen. Die urkomischen Situationen und Charaktere lassen den Streifen von 1944 schnell vergessen. Fazit: Zweieinhalb Stunden glänzende Unterhaltung ohne eine Sekunde Langeweile. - Stehende Ovationen."